Das Jahr 2020 - ein einziger Alptraum

Sonntag, 8. November 2020

 

Wer glaubt eine Pandemie ist das Schrecklichste das uns gerade passieren kann sollte mal dieser Tage einen Wiener fragen.  9 Minuten haben ausgereicht um eine ganze Stadt zu verändern.

Ich habe überlegt das zu Thematisieren. Passt das auf einen Fashion & Lifestyleblog? Natürlich nicht, würde ich sagen. Denn eigentlich ist das hier ein Ort der Ablenkung. Ich will mit meinem Blog inspirieren. Was mir allerdings zunehmend immer schwerer fällt.   

Es ist jedoch auch ein Ort meiner Gedanken. Deshalb habe ich mich nun doch entschlossen darüber schreiben.  

Nachdem ich Montagabend eine WhatsApp Nachricht bekam, schaltete ich sofort die Nachrichten an. Der ORF unterbrach sein Programm und sendete durchgehend über den schrecklichen Terrorangriff in der Wiener Innenstadt. Ich saß wie versteinert da und konnte die ganze Nacht den Fernseher nicht mehr abdrehen. 

Es war der letzte Tag bevor die Gastronomie wegen dem Lockdown Light schließen musste. Ein extrem milder Tag ging zu Ende und viele wollten noch die Gelegenheit nützen um Abends im Gastgarten gemütlich ein Getränk zu konsumieren. Bis sich um 20:00 alles änderte... 

Am Dienstag herrschte dann Ausnahmezustand. Die Schulpflicht wurde aufgehoben und die meisten Geschäfte in der Innenstadt blieben geschlossen. Viele von uns bekamen in der Früh die Nachricht nicht ins Office zu fahren. 

Obwohl es keine Ausgangsperre gab wollte niemand so richtig vor die Türe gehen. Noch war nicht klar wie viele Täter es wirklich waren.

Ein Bewohner der Innenstadt rief den Attentäter angeblich "Schleich di du Oaschloch" nach. Dieser Spruch verbreitete sich wie ein Lauffeuer in den sozialen Netzwerken, findet Platz auf Titelseiten von Magazinen und auf T-Shirts. Dieser Wienerische Spruch soll ursprünglich das Gefühl einer Stadt ausdrücken, die zusammenhält. 

Es könnte aber auch als Ventil für Hass und Aggression ausgelegt werden.

Was mich betrifft kann ich mit dem Spruch gar nichts anfangen und möchte lieber auf ein Buch verweisen, dass ich hier am Blog schon einmal vorgestellt habe. In diesem Buch erzählt ein Ehemann und Vater wie er mit dem Terroranschlag in Paris umging nachdem er seine Frau verloren hat. 

Alleine der Buchtitel bringt es für mich auf den Punkt und drückt sehr gut aus was sich in meinen Kopf abspielt.

Meinen Hass bekommt ihr nicht von Antoine Leiris.






1 Kommentar: