Corona - meine letzten Wochen

Mittwoch, 15. April 2020




In meiner kleinen Welt, meinen vier Wänden fühlt sich eigentlich alles wie immer an. Nur langsamer und mit viel mehr Ruhe...




Mein Job funktioniert jetzt ausschließlich von zu Hause. Zwar ist mein Schwerpunkt das Recruiting und das ist natürlich auf null heruntergefahren. Aber in einer Personalabteilung ist ohne hin immer viel zu tun und mit der Kurzarbeit ist das Arbeitspensum noch einmal ordentlich angestiegen. Alleine diesen Antrag zu stellen hat mir graue Haare gekostet. Ehrlich, es gab Momente da dachte ich, wenn ich den Antrag bis Halloween fertig habe bin ich eh gut unterwegs. Hallo Bürokratie!

Um mich abzulenken ging ich an einen Tag in den Supermarkt der später unter die Hamsterkäufe in die Geschichte eingehen sollte. Ich dachte mir nichts Großes dabei und wollte nur ein paar Dinge einkaufen. Echt nicht viel. Ich kaufe ja nie viel ein. Wozu auch? Doch dann fand ich mich plötzlich in einen Hollywoodstreifen wieder. Es herrschte die absolute Endzeit Stimmung. Regale waren leergeräumt und in den Gängen lagen leere Kartons. Es gab weder Obst noch Gemüse oder Milchprodukte. Auch Brot und Eier....alles ausverkauft. Und das an einen Freitag um 10 Uhr vormittags. Oooookey, dachte ich. Ich will hier raus....

Das löste aber mein Problem der Lebensmittelbesorgung nicht. Also atmete ich tief durch und überlegte. Obwohl ich wusste wie irrational die Menschen gerade handeln. Lies ich mich von der Atmosphäre anstecken und merkte dabei wie zögerlich ich zu einer Dose Gulaschsuppe griff. Ich legte sie in meinen Einkaufswagen und versuchte weiter meine Einkaufsliste irgendwie abzuarbeiten. Das eigenartige, diese Dose beruhigte mich irgendwie.  Erst jetzt konnte ich mir mit den vorhandenen Lebensmitteln im Supermarkt kreative Lösungen überlegen. Schräg, ich weiß....

In den letzten Wochen passierte noch etwas. Ich konsumierte so viele Nachrichten Sendungen wie in den vergangen drei Jahren nicht. Wie eine Gestörte klickte ich von einer Seite auf die andere. Mit einem Ergebnis. Niemand weiß so richtig Bescheid. Na sehr schön.... Was mache ich jetzt mit meiner Unruhe im Bauch?

Informieren ist gut aber ich habe mich von der Flut regelrecht vereinnahmen lassen. Deshalb habe ich mir eine Nachrichten Sperre verhängt. Ein Mal pro Tag muss jetzt völlig ausreichen und das tut es auch.

In der Selbständigkeit sind alle Aufträge auf Eis gelegt. Was mir ehrlich gesagt gar nicht so wichtig ist. Aktuell hinke ich auch ordentlich mit meiner Buchhaltung hinterher. Aber was soll ich sagen? Es gibt echt schlimmeres....

Was ich allerdings sehr schätze ist die Ruhe die eingekehrt ist. Morgens gemütlich in den Tag zu starten ist unbezahlbar und wenn ich nachmittags den Computer abdrehe gönne ich mir einen Spaziergang im Wald. Habt ihr schon bemerkt wie schön der Frühling heuer ist? Die Vögel singen und die Bäume und Sträucher blühen so schön.....







Kommentare:

  1. Zumindest ist Dein Tag jetzt etwas entspannter. Wir werden uns alle wohl noch ein bisschen gedulden müssen.

    Liebe Grüße Sabine

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  2. Liebe Natascha, danke für diesen Einblick in die Corona-Zeit – sie wird ja von jedem unterschiedlich wahrgenommen und jeder geht damit anders um. Diese total leergeräumten Regale kenne ich glücklicherweise nur von den Bildern – bei uns war die Auswahl und die Anzahl der Produkte geringer, aber ich habe alles bekommen, was ich brauchte. Auch von den Nachrichten habe ich mich eher ferngehalten – einmal am Tag über die neuen Maßnahmen und Regelungen informiert und das war’s dann. Trotzdem ist es eine eigenartige Zeit, alles ist ungewiss und unsicher, wir wissen nicht, wie lange wir wirklich Einschränkungen haben, welche Auswirkungen dies für uns noch hat. Aber es freut mich, dass du dadurch zumindest einen friedlicheren Tag hast.
    Pass auf dich auf und alles Liebe

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  3. Hey, ich schaue auch nur noch einmal am Tag die Nachrichten, das entspannt mich mehr.
    Liebe Grüße!

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  4. Hallo Natascha,
    mir geht es genauso: Man will sich informieren und ist nach Stunden noch verwirrter. Viel zu viele Umstände und Meinungen dazu. Also abwarten.
    Deshalb habe ich es auch auf ein Minimum reduziert.
    Was neu dazugekommen ist, sind die täglichen Telefongespräch. Das hat sich schon zu einer Routine entwickelt, die ich vorher nicht hatte: Montag Nachmittag Cousinchen; Tantchen 1 am Mittwoch 10 Uhr und Oma am Sonntag.... Immer, um auf den neuesten Stand zu sein, ob es ihnen gut geht.
    Es hat sich noch so einiges in meinem Leben geändert, obwohl ich eigentlich nur zu Hause bin...was ich früher auch war... nur führte ich da noch ein anderes "zuHause"-Leben.
    Lg Caro

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